Krebs-Screening
Blasenkrebs-Screening (NMP 22)
Blasenkrebs ist eine eher seltene Krebserkrankung, die erst spät Symptome zeigt. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht bei Rauchern, häufigem Umgang mit Chemikalien (Maler, Lackierer, Chemiefacharbeiter) und Schmerzmittelabusus (Phenacetin). Ein empfindlicher Schnelltest auf Tumorzellen im Urin ist NMP22.
NMP steht für Nukleäres-Matrix-Protein. Diese Proteine findet man im Zellkern, wo sie verschiedene Aufgaben u. a. während der Zellteilung erfüllen. NMP gibt es tausendfach im Zellkern und sie variieren durch Zelltyp, Zelldifferenzierungsphase, Zellzyklus und Tumortyp. Der Zellkern ist buchstäblich der Ort allen Anfangs! NMP22 ist ein Marker für das Harnblasenkarzinom und wird bei Vorhandensein von Tumorzellen vermehrt produziert (Tumor = vermehrte Teilung!).
NMP22 wurde von der FDA (amerikanische Zulassungsbehörde) als einer von zwei Tests für das Screening und Monitoring beim Harnblasenkrebs zugelassen.
Das Blasenkrebs-Screening kostet 35€ und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Prostata spezifisches Antigen (PSA)
Das prostataspezifische Antigen ist ein Eiweißstoff, der von Zellen der Prostata gebildet wird. In geringen Mengen erfolgt auch ein Übertritt ins Blut und kann dort über einen Test gemessen werden. Der Normalwert liegt dabei zwischen 0 und 4 Milliardstelgramm pro Milliliter. Bei Prostatavergrößerung, -entzündung und -krebs ist der Wert im Blut erhöht und gibt dem Urologen wichtige Hinweise zur Krebsfrüherkennung. Ohne Kenntnis des Tastbefundes, der Beschwerden des Patienten und der Größe der Prostata ist der PSA-Wert alleine wenig aussagekräftig und nicht beweisend für eine Krebserkrankung. Seit seiner Einführung ist die Zahl der heilbaren Prostatakrebsstadien stetig gestiegen.
Das PSA kostet 25€ und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Entscheidungshilfen Prostatakrebs-Früherkenung mit PSA
| Leben gerettet | 1 von 1410 |
| Überdiagnosen (Prostatakrebs,der nie behandlungsbedürftig geworden wäre) | 1 von 20 |
| am Tumor gestorben (trotz PSA Test) | 1 von 325 |
| falsch positive Testergebnisse | 1 von 8 |
| falsch negative Testergebinsse | 1 von 100 |
Dickdarmkrebs-Screening (M2-PK)
Bei Männern und Frauen ab dem 50. Lebensjahr gehört ein Test auf okkultes Blut zur Krebsvorsorge-Untersuchung. Mit dem bisher durchgeführten einfachen Test, bei dem an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine kleine Menge Stuhlgang als Probe entnommen und untersucht wird, kann man kleine Blutbeimengungen nachweisen. Durch den Nachweis von „okkultem“ (= verborgenem, mit dem bloßen Auge nicht sichtbarem) Blut im Stuhl wird der Verdacht auf krankhafte Veränderungen im Magen-Darm-Trakt gestellt. In erster Linie geht es um die Früherkennung von Dickdarmkrebs und seinen Vorstufen.
Dieser Stuhltest ist relativ preiswert und einfach in der Durchführung, er wird üblicherweise direkt in der Praxis ausgewertet, so auch bei uns.
Dieser Test hat jedoch einige Nachteile: Anwendungsfehler machen ihn störanfällig. Der Nachweis des roten Blutfarbstoffs kann durch den Genuss von Fleisch- und Wurstwaren oder bestimmter Gemüse- und Obstsorten verfälscht werden, was oft aufwändige Untersuchungen (Darmspiegelung) nach sich ziehen kann. Die Einnahme von viel Vitamin C (Multivitaminsäfte u.ä.) lässt den Test falsch negativ werden.
Bei dem neuen immunologischen Stuhltest wird ausschließlich menschlicher roter Blutfarbstoff (= Hämoglobin) erfasst. Eine Verfälschung dieses Tests durch die Nahrung ist nicht mehr möglich. Der immunologische Stuhltest ist dadurch sehr viel sicherer als der herkömmliche Stuhltest.
Der immunologische Stuhltest kann bei gesetzlich Krankenversicherten nur als individuelle Gesundheitsleistung und nicht über die Krankenversicherungen abgerechnet werden. Private Krankenkassen übernehmen meist die Kosten für den Test.
Das Dickdarmkrebs-Screening kostet 35€ und wird nicht von den Krankenkassen übernommen.
